Das Gleichgewicht zwischen Einfühlungsvermögen und Abgrenzung: Eine Therapeutin, welche gerade dank ihrem grossen Einfühlungsvermögen sehr erfolgreich ist, leidet jedoch selbst immer wieder unter Abgrenzungsschwierigkeiten, welche ihre Lebensqualität auch in der Freizeit massiv einschränken. Zudem hat sie das Gefühl, dass sie therapeutisch noch wirksamer arbeiten kann, sobald es ihr gelingt, sich vermehrt vom Leiden ihrer Kunden abzugrenzen, ohne sich jedoch mehr und mehr zurückzuziehen und gereizt zu reagieren, wie das in letzter Zeit immer öfter geschehen ist.
Die Kunst der Berührung durch Worte:Therapeuten, die in die Gruppensupervision kommen, nehmen oft wahr, dass ihre Klienten ein Bedürfnis haben zu sprechen. Doch das Gespräch war nicht wirklich Teil ihrer Ausbildung. Sie möchten lernen die Dinge besser in Worte zu kleiden und möchten ihre Sprache verfeinern. Gleichzeitig möchten Sie auch ihren Klienten behilflich sein, Dinge, die belasten, zur Sprache zu bringen. Wie mache ich das, dass Dinge zur Sprache kommen? Was sage ich, was lasse ich? Wie weit darf ich da eindringen? Und wenn, wie? Zeit für eine kurze Reflexion...und wie sieht der nächste ganz konkrete Schritt aus? Eine Therapeutin möchte herausfinden, was sie tun kann, damit es ihr jeweils gut geht, nachdem eine bestimmte Klientin da war. Zudem möchte sie eine Vorstellung entwickeln, wie sie ihr das nächste Mal begegnen könnte.
Mehr Sicherheit, mehr Wirkung, mehr Professionalität:Eine Therapeutin möchte über die Wirkung ihrer Arbeit sprechen. Sie spürt zwar, dass sie mit ihrer Arbeit viel bewirkt. Doch sie hat den Anspruch noch mehr machen zu können. Zudem macht es ihr zu schaffen, dass sie keine Ahnung hat, was eigentlich genau gewirkt hat und wie und warum. Sie fühlt sich unsicher und äussert sogar Zweifel an der Wirksamkeit ihrer Arbeit und somit auch am Feedback ihrer Klienten.
Methoden, Werkzeuge, Erlaubtes und Unerlaubtes: In einer anderen Supervision ist das zentrale Anliegen, wie wir mit destruktiven Glaubenssätzen unserer Klienten umgehen können und dies natürlich ohne sich aufzudrängen oder dem Klienten etwas in den Mund legen zu wollen. Und welche von unseren eigenen Glaubenssätzen sind in unserer Arbeit nützlich und weniger nützlich?
Über Einfühlungsvermögen und Ohnmacht und wie man wieder handlungsfähig wird: Eine Therapeutin berichtet, dass sie sehr sensibel sei und sich sehr gut in ihre Klienten hineinfühlen könne. Manchmal kämen ihr dabei sogar Tränen. Oft sähe sie dann auch keine Lösung mehr, wenn der Klient ihr die Situation schildert. Dann empfindet sie seine Situation als aussichts- und hoffnungslos. Sie möchte wissen, was in solchen Situationen jeweils mit ihr geschieht und sie möchte etwas ändern, damit es ihr besser geht und auch weil sie glaubt, den Klienten besser unterstützen zu können, wenn sie sich besser abgrenzen könnte.